| Ratingverfahren Basel II |
Kurzüberblick - was ist Rating und was ist Basel II? Auf Basis bestehender Ratings (= Bewertung oder Einstufung oder Bonität des Betriebes) in den USA, dem Zusammenwachsen der europäischen Finanzmärkte, sowie der Finanzkrise in Asien (90er Jahre), erstellte der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (Gremium von Bankenaufsichtsbehörden mit Sekretariat in Basel) diverse Konsultationspapier(e). Das Inkrafttreten wurde ursprünglich für 2004 fixiert, aktuell spricht man jedoch vom Jahr 2006. Ziele von Basel IINeben der Sicherheit und Solidität für das weltweite Finanzsystem soll vor allem die Wettbewerbsgleichheit zwischen den Finanzplätzen Ziel der Basler Konsultationspapiere sein. Grobe HighlightsIm wesentlichen wird ein Rating eingeführt, das als Einschätzung der Bonität des Betriebes bei der Kreditvergabe dient. Abhängig vom Rating wird dann über die Kreditvergabe entschieden und die Kreditkonditionen festgelegt. Durchschnittlich 8% des Kreditvolumens sind bei den Banken als Eigenkapital „zu unterlegen“ wobei die aktuelle Zahl von dem mittleren Rating der Firmen abhängt, die Kredite erhalten haben . Die Bonität (Rating) der Bankkunden entscheidet also auch über die Eigenkapitalauflagen an die Bank und als Folge über die Kreditvergabe und die Konditionen des Kredits. Es handelt sich um eine Auflage an die Banken, um aus den zum Teil falschen Entscheidungen bzgl. der Kreditvergabe der Vergangenheit zu lernen! Die Banken versuchen über das Rating eine Bewertung der Ausfallwahrscheinlichkeit des Kredites also eine Aussage über die zukünftige Tilgungsfähigkeit des Unternehmens herzuleiten. Aktuelle „Probleme“Im Gegensatz zu unserem EU-Partner-Frankreich gibt es kein einheitliches Ratingsystem, das von der „Zentralbank“ vorgegeben wird. Jede Bank bewertet nach anderen Prinzipien und Regelwerken. Dies führt naturgemäß zu großen Unklarheiten und Missverständnissen (Bewertbarkeit der Ratings zueinander, Art des Ratings, Güte des Ratings etc.). Als interessant ist daher die in den kommenden Monaten erwartete Beurteilung der Ratingverfahren durch die BAFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) einzustufen. Differenziert werden fernerhin interne und externe Ratings. Letztere werden nicht durch die Banken, sondern durch externe, neutrale und unabhängige Ratingagenturen realisiert. Harte und weiche FaktorenObgleich es unterschiedliche Ansätze für das Rating gibt, findet dieses grundsätzlich über weiche und harte Faktoren statt. Bei den harten Faktoren handelt es sich meist um quantitative Merkmale, die aus Zahlen der Finanzbuchhaltung abgeleitet werden können, aber auch nichtquantifizierbare aber zukunftsentsentscheidende Faktoren gehören zu den harten Faktoren.: · Controllingfunktionen (Bilanz, GuV, BWA, Cash-Flow, Kennzahlen) des ERP- Systemes · Nachfolgeregelung des Unternehmers · Überziehungshäufigkeit der Kreditlinie (z.B. der Kontokorrent-Kredite) · Regelmäßigkeit und Pünktlichkeit der Lohn-/Gehaltszahlungen · Alter und Qualität der Kundenbeziehung · Einsatz von Planungssystemen (ERP) · Vorliegen eines Businessplanes und einer Geschäftsstrategie · Qualifikation des Managements Kritisch zu betrachten ist grundsätzlich eine mögliche Diskrepanz der Vergangenheitswerte zur prognostiziertern Zukunftsfähigkeit des Unternehmens! Daher werden auch weiche Faktoren einbezogen, um die Bonität einzuschätzen. Dazu zählen: · Unternehmensführung · Planung und Steuerung · Marktsituation · Produktsituation Was bedeutet das für Anwender von
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